32 8. Die Gestaltung der Räume als methodisches Element Die Erziehung und Betreuung der Kinder findet nicht nur in dem unmittelbaren Kontakt zwischen ihnen und den Erwachsenen statt. Die räumliche Umgebung - ob der gestaltete Innenraum oder der Raum außerhalb von Gebäuden - beeinflusst Menschen in ihrem Verhalten, in dem, wie sie sich fühlen, in erheblichem Maße. So können Räume zielgerichtetes pädagogisches Handeln behindern oder fördern. Die Räume in der Kindertageseinrichtung sind in erster Linie für Kinder eingerichtet. Es gilt zu bedenken, dass Kinder sich in erster Linie handlungsorientiert verhalten: sie be-greifen die Dinge um sie herum, sie be-nutzen Gegenstände. Ästhetische Kriterien, wie die dekorative Einrichtung eines Raumes, sind für die Kinder weniger wichtig als für Erwachsene. Bei der Inneneinrichtung unserer Räume haben wir verschiedene Möbel, vorwiegend aus Holz, ausgewählt. Die Fußbodenbeläge bestehen aus Kautschuk, die vielen Teppiche aus Materialien wie Kokos, Sisal, Baumwolle; die Raumteiler sind aus Stoffen hergestellt. Die Vielfalt und Ausgewogenheit der Materialien soll vor allem die sinnliche Wahrnehmungssensibilität bzw. -fähigkeit der Kinder ansprechen. Die Beleuchtung der Räume, sowohl die durch Tageslicht als auch durch künstliches Licht, lässt noch zu wünschen übrig. Deshalb setzen die Erzieherinnen zusätzliche Klemmspots und Stehlampen ein, um für die entsprechende Situation das richtige Licht zu haben. Kinder erobern ihr Terrain durch körperliche Aktivität: anfassen, laufen, hinlegen, kriechen. Diesem sinnlichen Bewegungsdrang müssen kindgerechte Räume entsprechen; sie sollten in jedem Fall flexibel und veränderbar sein. Die Räume dürfen nicht "perfekt" gestaltet sein. Sie sollen die Sinne anregen, zum Handeln auffordern, Rückzugsmöglichkeiten bieten. In der Kleinenbremer Kindertageseinrichtung dürfen die Kinder alle Räume - bis auf wenige Ausnahmen - nutzen. Diese sind so eingerichtet, dass die Kinder - möglichst von Erwachsenen unabhängig - darin tätig werden können. In der Kindertageseinrichtung gibt es abgegrenzte und offene Räume. Ist ein Raum abgegrenzt, z. B. ein Raum als Gruppenraum während des Morgenkreises, erkennt jede/r dies an einer roten "Ampel", die dann an der Tür hängt. Sieht man eine grüne "Ampel", ist der Raum offen, er ist für alle zugänglich. (QM Handbuch K 1.2)
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